#08 Buy the dip? Was du jetzt vor einem Kapitalmarktinvestment beachten solltest

Die Börsen crashen, alles ist rot, viele bekommen Panik und verkaufen alles. Während die letzte Finanzkrise vielen noch in den Knochen steckt, überlegst du dir aber:

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt einzusteigen? Geht es noch weiter runter oder steigen die Kurse bald schon wieder? Wann soll ich investieren?

Leider hat niemand eine magische Glaskugel, um uns diese Fragen beantworten zu können.

Eins möchte ich dir aber hier schon mitgeben: Wenn du noch keinerlei Vermögensaufbau betreibst, ist der beste Zeitpunkt damit zu beginnen IMMER JETZT!

Genau deswegen, möchte ich dir mit dieser Folge die 6 Grundvoraussetzungen an die Hand geben, die vor deinem ersten Investment abgehakt sein müssen. Und zusammen mit noch 4 weiteren wichtigen Investmenttipps, kann dann auch wirklich nichts mehr schief gehen.

DIE GRUNDVORAUSSETZUNGEN

Vor jedem Investment, vor allem wenn es dein erstes überhaupt ist, müssen dringend die folgenden sechs Voraussetzungen erfüllt sein. Nur so kannst du absolut sicher gehen, dass im Nachhinein auch nichts schief geht. Ganz wichtig dabei: Lass dich auf keinen Fall unter Druck setzen und unvorbereitet zu einem Investment am Kapitalmarkt verleiten oder drängen, bevor diese Voraussetzungen für dich nicht erfüllt sind. 🙂

1. Bereite dich und dein Money Mindset darauf vor

Vor allem wenn es sich um dein erstes langfristiges Investment handelt, muss dein Money Mindset auf Erfolg getrimmt sein und dich supporten. Nur wer auch wirklich selbst davon überzeugt ist, dass wir dieses Thema verstehen und wirklich schaffen können, kann es schlussendlich auch voller Überzeugung für sich umsetzen und langfristig erfolgreich investieren.

2. Kenne alle deine Einnahmen und Ausgaben und sorge dafür, dass deine Einnahmen auch dauerhaft die Ausgaben übersteigen

Nur so wird es für dich möglich sein überhaupt jeden Monat einen bestimmten Betrag als Sparrate für deinen Vermögensaufbau locker machen zu können.

Verschaffe dir hierfür einen Überblick über deine monatlichen fixen Ausgaben, deine variablen Ausgaben und vor allem auch über deine nicht-monatlichen Fixausgaben.

Nur so kannst du deine individuelle Sparrate richtig für dich berechnen, die du dann ohne Bauchschmerzen für den Vermögensaufbau nutzen kannst.

3. Baue dir einen Puffer von mindestens 3 Monatsgehältern auf

Dieser Puffer ist super wichtig für dein psychisches Wohlbefinden. Du wirst dich so viel besser damit fühlen, zu wissen, dass dich nichts aus den Socken hauen kann.

Der Puffer ist nämlich nur dafür da, total unerwartete Geschehnisse locker leicht abfedern zu können. Ohne dass du direkt in der Tinte sitzt und vielleicht sogar wieder auf deine Investments zurückgreifen musst.

Denn wenn diese dann vielleicht gerade mal ein wenig im Minus stehen, müsstest du diese mit einem Verlust wieder zu Geld machen. Und das will ja wohl wirklich keiner. 😉

Deswegen mein dringender Rat an dich: Erst Puffer, dann investieren. 😉 Und habe den Puffer immer schnell zugänglich auf einem Tagesgeldkonto parat.

4. Bilde Rücklagen für die Ausgaben, die nicht jeden Monat anfallen

In Punkt 2 haben wir schon einmal über die nicht-monatlichen Fixausgaben gesprochen.

Nur weil sie nicht jeden Monat von deinem Konto abgebucht werden – so wie z.B. dein Handyvertrag – heißt das nicht, dass diese Ausgaben nicht trotzdem anfallen und fix sind. 😉

Üblich sind hier meist quartalsweise, halbjährlich oder jährliche Zahlungen, die du zu leisten hast. Oder aber tatsächlich auch Ausgaben die nur alle paar Jahre anfallen! (z.B. ein neues Handy, Laptop, Autoreparaturen oder gar das neue Auto 😉 )

Bilde für diese Ausgaben monatlich Rücklagen.

Dafür addierst du all deine nicht-monatlichen Fixausgaben und brichst diese dann auf einen monatlichen Betrag herunter. Diesen legst du jeden Monat auf die Seite und bezahlst dann die Rechnungen, wenn sie anfallen.

Wichtig: Rücklagen sind nicht mit dem Puffer zu verwechseln oder gleichzusetzen!

5. Baue bestehende Schulden ab und nehme keine Konsumschulden auf

Bevor du investierst ist es in den allermeisten fällen ratsamer erst all deine Schulden zu tilgen und dich erst danach an Investments heranzutrauen.

Eine gute Möglichkeit hierfür ist es deine Sparrate für zusätzliche Sondertilgungen zu nutzen und die Schulden so noch schneller abzubauen.

Glaub mir, keine Schulden zu haben, wird sich sooooo gut anfühlen! 😉

6. Sichere dich gegen existenzielle Risiken ab

Zu all den vorigen Punkten, solltest du auch noch gegen existenzielle Risiken abgesichert sein.

Existenzielle Risiken sind solche, die dich finanziell in den Ruin treiben können, falls sie eintreten.

Ich möchte hier keineswegs den Teufel an die Wand malen, aber verschaffe dir einen Überblick über deinen aktuellen Versicherungsstand und schließe ggf. bestehende Versicherungslücken indem du die passende Versicherung abschließt.

TIPPS FÜR DAS ERSTE INVESTMENT

1. Verstehe das Investment deiner Wahl wirklich voll und ganz!

Es ist wirklich uuuunglaublich wichtig, dass du nicht in irgendetwas investierst von dem du nur mal so nebenbei gehört hast oder weil es dir ein Bekannter mal schnell so empfohlen hat, du aber selbst keinen blassen Schimmer davon hast. Informiere dich selbst, was zu dir persönlich passt und verstehe das jeweilige Produkt auch voll und ganz.

Nur so kannst du sicherstellen, dass du auch mal in schlechteren Zeiten nicht in Panik gerätst, sondern dass du weißt, was du getan hast.

2. Überlege dir eine Anlagestrategie, die zu DIR passt

Auch das sorgt dafür, dass du während unruhigeren Zeiten die Nerven behältst und später noch weißt, warum du das alles so gemacht hast, wie du es gemacht hast.

Finde hier einen Sweetspot zwischen der ausführlichen Recherche für deine Anlagestrategie und der tatsächlichen Umsetzung im Anschluss. Verfalle hier nicht in eine Analyse-Paralyse, sondern traue dich dann auch gerne nach einer gewissen Zeit in die Umsetzung zu starten.

3. Das Gesamtkonzept muss stimmen

Beziehe immer auch bereits bestehende Anlagen mit in deine Investmententscheidung ein. Das sind zum Beispiel Anlagen, die du oder vielleicht auch deine Eltern schon früher mal für dich getätigt oder begonnen haben. Betrachte die einzelnen Investments nie total getrennt voneinander.

4. Finde deine persönliche Risikotragfähigkeit für dich heraus

Dieser Punkt ist gar nicht so einfach, denn er bezieht auch ganz stark deine Psyche mit ein. Und ehrlich gesagt: so richtig findet man es immer erst mit dem Doing heraus. 🙂

ABER es macht total Sinn, dass du dir im Vorfeld mal ein paar Fragen zu deiner Risikotragfähigkeit stellst:

Wie viel Schwankung halte ich aus?

Wie fühle ich mich, wenn mein Portfolio vielleicht auch mal im Minus ist?

Was macht das mit mir?

Werde ich aber vielleicht auch total euphorisch und leichtsinnig, wenn meine Investments gut laufen?

Mit diesen Fragen und einer guten Einschätzung deiner persönlichen Risikotragfähigkeit, wird es dir auf jeden Fall leichter fallen die Richtigen Anlageentscheidungen für dich zu treffen.

All diese Tipps, zusammen mit den 6 Grundvoraussetzungen, müssen meiner Meinung nach abgehakt sein und beachtet werden, bevor wir anfangen durch Investitionen am Kapitalmarkt Vermögen aufzubauen.

Falls du noch mehr Input dafür brauchst, schaue gerne noch bei meiner Podcastfolge vorbei. Hier gehe ich auf einige Punkte nochmal tiefer ein. 🙂

#20 So wirst du zum Head of Finance in deinem Business, auch wenn du Zahlen nicht magst

Money Blocks wirken sich auch auf dein Marketing aus Jede von uns hat ihre eigene Story mit Geld. Jede hat ihre Erfahrungen damit gesammelt. Manche mehr, manche etwas weniger. Und es ist definitiv so, dass diese Erfahrungen und somit…

#13 Meine Selbstständigkeit - Meilensteine, Erkenntnisse, aber auch F*ck Ups

Verlasse dich auf deinen Verstand UND deine Intuition Ich bin ein Planungskind. Ich liebe Pläne und Struktur. Und während mich diese Einstellung weit gebracht und mir diese Struktur immer das Gefühl von Kontrolle und Sicherheit gegeben…